Tarifvertrag einzelhandel ausbildungsvergütung

In einigen Ländern gibt es eine einzige marktbeherrschende, branchenspezifische (oder etwas breitere, für handel, vertrieb usw.) Arbeitgeberorganisation im Einzelhandel. Dänemark, Finnland, Frankreich, Malta und das Vereinigte Königreich gehören eindeutig zu dieser Gruppe. Belgien und Schweden haben ebenfalls eine einzige Hauptarbeitgeberorganisation im Einzelhandel, aber nach abgrenzenden Linien zwischen den Arbeitgeberorganisationen haben einige andere Verbände (Handelsverbände ohne Verhandlungsrecht im Falle Schwedens) eine schwächere Präsenz in bestimmten Teilen des Sektors. In Österreich ist die Vertretung der Arbeitgeber im Einzelhandel auf 25 teilsektorale “Bundesorganisationen” (Bundesgremien) der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) – dem wichtigsten nationalen Arbeitgeberverband, dessen Mitgliedschaft obligatorisch ist – aufgeteilt, aber die Vertretung zu Verhandlungszwecken wird in der WKÖ-Handelssparte (Sparte Handel) gebündelt. Ähnlich verhält es sich in Lettland, obwohl es in diesem Fall neben der marktbeherrschenden Organisation im Einzelhandel (LTA) auch andere Organisationen gibt, die Teilsektoren wie den Autohandel und die Apotheken vertreten. Slowenien ist ein Sonderfall, da es eine doppelte Arbeitgebervertretung im Einzelhandel gibt, da es eine breitere (SI0211102F) gibt: Neben einer freiwilligen Arbeitgeberorganisation (der zuständigen Sektion der ZDS) erfüllt der Berufsverband der Industrie- und Handelskammer (GZS), dessen Mitgliedschaft obligatorisch ist, auch bestimmte Funktionen eines Arbeitgeberverbandes. In einigen Ländern – wie Griechenland (GR0312102F) und Malta – fordern derzeit große Einzelhandelsketten eine Deregulierung der Öffnungszeiten, während in anderen Fällen – z. B. Belgien, Zypern, Dänemark und Ungarn – derzeit Deregulierungsmaßnahmen vorgeschlagen oder unternommen werden. In Belgien hat die Regierung Anfang 2004 eine umfassende Abstimmung aller Beteiligten (Einzelhändler, Verbraucher, Arbeitnehmer und die zuständigen Behörden) eingeleitet, um einen Konsens über die Ladenöffnungszeiten und insbesondere über die Sonntagsöffnung zu erzielen. In Zypern führt die Regierung derzeit einen Dialog mit Arbeitgebern und Gewerkschaften über die Überarbeitung der Rechtsvorschriften über ladenische Öffnungszeiten und Beschäftigungsbedingungen im Einzelhandel. In Ungarn wurden nach der Ankunft ausländischer Einzelhändler Mitte der 1990er Jahre auf dem inländischen Markt lange Öffnungszeiten und Öffnungen an Wochenenden und Feiertagen häufiger.

1998 begann das Arbeitsinspektorat, Tesco (in Großbritannien) und andere große Ketten regelmäßig zu bestrafen, während die Gewerkschaft KASZ ebenfalls eine Kampagne gegen Arbeitgeber startete, die die Arbeitszeit auf diese Weise verlängerten. Da das Gesetz etwas zweideutig war und die Regierung sich nicht in den Konflikt einmischen wollte, endete die Debatte mit einem Kompromiss zwischen den Parteien – eine von der Gewerkschaft und den großen Unternehmen unterzeichnete Vereinbarung legte die Feiertage fest, an denen die Verkaufsstellen nicht öffnen sollten. Die Umsetzung der EU-Arbeitszeitrichtlinie durch eine Änderung des Arbeitsgesetzbuches aus dem Jahr 2001 machte das Gesetz eindeutig, aber die KASZ hat ihren Kampf gegen die Sonntagsarbeit nicht aufgegeben. Die Debatte ist noch offen, und die Regierung hat vor kurzem ein Weißbuch über die mittelfristige Politik für den Einzelhandel veröffentlicht, das Änderungen der Vorschriften für die Ladenöffnung vorsieht. Schließlich ist der Fall Dänemark stürtisch ungewöhnlich, da eine von liberalen Politikern propagierte Deregulierung der Sonntagsöffnung nicht von der Arbeitgeberorganisation DH&S unterstützt wird, die es vorzieht, die derzeitigen Beschränkungen beizubehalten, um kleinen Geschäften nicht zu schaden. In den meisten Ländern erfüllen die Arbeitgeberorganisationen Tarifverhandlungen (siehe unten) und spielen eine Schlüsselrolle im System der Arbeitsbeziehungen im Einzelhandel, obwohl es einige bedeutende Ausnahmen gibt. In Irland und im Vereinigten Königreich spielen sie in diesem Bereich nur eine beratende Rolle, da tarifgebundene Tarifverhandlungen auf Unternehmensebene in diesen Ländern eine Schlüsselrolle spielen (zusammen mit einer neueren Praxis der sektorübergreifenden Verhandlungen in Irland).